🌿 Zwischen Taschentüchern und To-do-Listen

Ein Einblick in meinen Alltag als Fotografin, Mama – und gerade ziemlich erkälteter Mensch

Wenn ich etwas im Leben gelernt habe, dann dass der Alltag als Mama und Fotografin manchmal viel auf einmal will – besonders, wenn man krank ist. Genau so fühlt es sich gerade an. Die letzten Tage erschienen ein bisschen wie ein Marathon in Zeitlupe. Ich bin erschöpft, meine Nase ist zu, der Hals brennt – und nachts wälze ich mich nicht nur wegen der Erkältung hin und her, sondern weil mein Kopf ununterbrochen aufzählt, was ich noch alles erledigen muss. Kennt ihr das? Dieses Gedankenkarussell, das genau dann startet, wenn man eigentlich schlafen sollte.

Letzte Woche lag mein Mann schon krank im Bett. Da war schnell klar: Hier läuft gerade überhaupt nichts nach Plan. Ich habe genauso wie er auf meinen Körper gehört und mich ausgeruht. Einige Tage habe ich wirklich gar nicht gearbeitet. Und das war auch okay so.

Nur am Donnerstag, dem 13.11., habe ich fotografiert – die Abschiedsbilder für unsere Gruppenerzieherin, die die Kita verlässt. In dem Moment, in dem ich die Kamera in der Hand hielt, war plötzlich alles leicht. Als würde mein Körper vergessen, dass er eigentlich schwach ist. Aber kaum war ich zu Hause, kam der Vorschlaghammer. Ich bin direkt ins Bett gefallen.

Freitag ging dann gar nichts mehr. Samstag und Sonntag sind für mich ohnehin „echte“ Wochenenden, aber dieses Mal war es einfach nur Ruhe. Viel Schlaf. Viel Tee. Viel Sofa.

Heute, an diesem Montag, sitze ich wieder an den Bildern vom Donnerstag, beantworte Mails und versuche all das nachzuholen, was letzte Woche liegen geblieben ist. Es fühlt sich ein bisschen an, als müsste ich mich komplett neu sortieren. Unser Alltag ist gerade ein einziges Durcheinander – und gleichzeitig irgendwie so typisch Familie.

☕ Der Morgen heute: Kaffee, Chaos und ein bisschen Normalität

Mein Kleiner genießt die Kitazeit zu Hause natürlich sehr. Mein Großer dagegen braucht morgens seine Mama-Zeit. Also gab es heute erstmal Kaffee für mich, warmen Kakao für ihn und ein bisschen gemeinsames Wachwerden.
Wir haben über seine Schule gesprochen, über Termine für heute – und während wir so dasaßen, habe ich schon nebenbei die Speicherkarte in den Rechner geworfen. Importieren kann der Computer schließlich alleine.

🌡️ Kleine Rituale, die mir helfen

Wenn ich krank bin, brauche ich Wärme. Tee. Ein heißes Erkältungsbad.
Und ja – warmen Schokopudding, den mein Mann mir gekocht hat. Ich liebe den, wenn er noch warm ist.

Und wenn es ganz schlimm wird, gibt es bei uns:
Brühe + Fadennudeln + Ei.
Meine persönliche Krankensuppen-Formel. Einfach, schnell, wohltuend. Funktioniert immer.

Ich habe auch viel vor dem Aquarium gesessen und YouTube laufen lassen.
Meine Blauaugen und Kardinalfische, die durchs Wasser gleiten, haben etwas extrem Beruhigendes. Die Pflanzen sowieso!

📝 Arbeiten in kleinen Schritten

Trotz Krankheit habe ich mir nachts Notizen gemacht. Aufgabenlisten. Das Aufschreiben stoppt das Gedankenkarussell. Und wenn tagsüber dann mal eine stille Minute entsteht, streiche ich die Punkte einzeln ab.
Das fühlt sich gut an – wie kleine Erfolge, auch wenn der Körper nicht auf Hochtouren laufen kann. Ich pausiere, wenn ich muss. Ich mache weiter, wenn es geht.

Mein Mann hilft auch, so gut er kann. Kleine Dinge im Haushalt, viel Kuscheln, viel Nähe.
Fotoaufgaben kann er mir nicht abnehmen, aber das muss er auch gar nicht. Die Wärme, die er reinbringt, hilft schon genug.

💛 Dankbarkeit in all dem Chaos

An Tagen wie diesen bin ich so unglaublich dankbar, dass ich nicht mehr angestellt arbeite.
Kein Chef, der fragt, warum ich krank bin.
Kein schlechtes Gewissen, weil ich nicht ins Büro komme.
Kein Druck, schneller gesund zu werden, als mein Körper es zulässt.

Ich arbeite in meinem Tempo. Ich passe mich an meine Kinder an. Ich darf ruhen, ohne mich schuldig zu fühlen.
Ich weiß manchmal nicht, wie ich das letzte Jahr geschafft hätte, wenn ich noch in meinem alten Job gewesen wäre.

✨ Ein Lichtblick am Horizont

Und trotzdem freue ich mich schon so sehr auf diesen Donnerstag.
Ich darf ein Neugeborenes fotografieren – und ich weiß jetzt schon, dass es wunderschön wird.
Seine Familie kenne ich bereits. Letztes Jahr hatten wir ein grandioses Familienshooting, vor ein paar Wochen ein Babybauchshooting. Und jetzt kommt der kleine Junge dazu.

Diese Bilder kommen später in ein Fotobuch – ein echtes Erbstück an Erinnerungen.
Allein der Gedanke daran ist Grund genug, wieder gesund zu werden.

🌿 Fazit

Der Alltag ist nicht immer ordentlich, oft nicht planbar.
Manchmal ist er ein warmes Bad mit Erkältungssalz, manchmal ein kalter Kaffee neben einem schlafenden Kleinkind.
Manchmal ist er Chaos, manchmal Magie.

Und mittendrin versuche ich einfach, eine gute Mama zu sein und eine Fotografin, die die echten Momente festhält – auch in den Wochen, in denen alles drunter und drüber geht.

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