Ein Jahr Vollselbstständigkeit – zwischen Mut, Zweifel und ganz viel Herz
Mein persönlicher Jahresrückblick
Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, fühlt es sich manchmal noch immer ein bisschen unwirklich an.
Mein erstes Jahr in der Vollselbstständigkeit.
Ein Jahr voller Aufregung, Vertrauen, Zweifel, Wachstum – und so vieler echter Begegnungen.
Ich erinnere mich noch genau an ein Gespräch im Auto einer guten Freundin. Ich war nervös, voller Fragen und wusste nicht, ob das hier alles ein riesiger Fehler oder der Beginn von etwas ganz Großem sein würde. Im Januar hatte noch keine einzige Einrichtung gebucht, und das nagte an mir. Trotzdem hörte ich mich sagen:
„Es ist noch ganz am Anfang des Jahres. Die meisten sind bestimmt noch im Ruhemodus. Das wird schon.“
Und zum Glück hatte ich recht.
Ende Januar, Anfang Februar kamen die ersten Anfragen. Und mit ihnen dieses Gefühl, das ich kaum beschreiben kann: Auf einmal habe ich mein Leben in vollen Zügen genossen.
Bis heute schwanke ich immer wieder zwischen
„Boah, wie geil ist das bitte alles?“
und
„Oh Gott, was tue ich hier eigentlich?“
Vielleicht gehört genau das dazu.
Wachstum, Vertrauen und echte Begegnungen
Mein größtes Highlight in diesem Jahr war – ganz klar – die schiere Anzahl an Anfragen, die ich generieren durfte. Dafür möchte ich von Herzen Danke sagen. An alle Einrichtungsleitungen, Elternvertretungen und natürlich an all die Mamas und Papas, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
Es ist ein unglaubliches Gefühl zu wissen, dass ich so viele wunderbare Kinder fotografieren durfte – und dabei so viel positives Feedback, Rückhalt und Wertschätzung erfahren habe. Natürlich gab es auch vereinzelt Verbesserungsvorschläge, und genau das schätze ich sehr. Ich nehme sie ernst und versuche, sie direkt umzusetzen.
Wenn mir Eltern sagen, worauf sie besonders achten oder was ihnen wichtig ist, hilft mir das enorm. Denn ich kann nur das sichtbar machen, was ich auch weiß. Diese Erinnerungen sind so wertvoll – und es liegt mir sehr am Herzen, ihnen gerecht zu werden. Es liegt nicht in meiner Natur, Kinder zu etwas zu drängen oder zu zwingen. Meine Arbeit lebt von Vertrauen, Offenheit und ehrlicher Kommunikation.

Kleine Welten, die Großes bewirken
Ein weiteres, sehr persönliches Highlight in diesem Jahr war mein Aquarium.
Vielleicht wirkt das auf den ersten Blick unscheinbar, für mich ist es das Gegenteil. Es erfüllt mich sehr, eine ruhige, friedvolle kleine Welt erschaffen und pflegen zu dürfen. Ein Ort, an dem alles langsamer wird.
Ohne eine sehr gute Freundin hätte ich diese Seite von mir wahrscheinlich nie entdeckt. Ich hätte nie gedacht, wie gut mir dieses Hobby tut – wie sehr es erdet, beruhigt und mir gerade in stressigen Phasen hilft. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Menschen, die tragen – Coaching & Netzwerk
Ein entscheidender Teil meines Weges in diesem Jahr war die Zusammenarbeit mit meinem Businesscoach Markus Brügge.
Es ist unglaublich spannend zu sehen, wie andere ihr Unternehmen führen und welchen Herausforderungen sie begegnen – selbst dann, wenn sie schon viel länger selbstständig sind als ich.
Markus hat es geschafft, ein Gruppen- und Einzelcoaching zu entwickeln, das wirklich allen gerecht wird. Mit der Zeit sind wir als Gruppe eng zusammengewachsen. Durch regelmäßige Treffen und unsere Signal-Gruppe ist ein Austausch entstanden, der weit über reine Business-Themen hinausgeht.
Ohne Markus und die anderen Teilnehmenden wäre ich heute ganz sicher nicht da, wo ich jetzt stehe. Von Akquise über Preisgestaltung bis hin zu Website-Aufbau und -Optimierung – ihr habt mir einen echten Raketenstart ermöglicht. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Genauso wertvoll ist für mich unser Fotografennetzwerk in Berlin und Umgebung. Diese Gemeinschaft gibt mir Kraft, Mut und das Gefühl, nicht allein zu sein. Zu sehen, wie wir uns gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen, ist etwas ganz Besonderes.
Unternehmensfotografie – eine Entscheidung, die sich richtig anfühlt
Ein Bereich, der sich in diesem Jahr fast leise, aber sehr klar entwickelt hat, ist meine Unternehmensfotografie. Anfangs war ich unsicher, ob das wirklich zu mir passt. Ob ich neben Familien und Kindern auch Unternehmerinnen begleiten möchte. Heute weiß ich: genau das wollte ich – und genau das fühlt sich richtig an.
Ich habe so viele wunderbare, mutige und kreative Unternehmerinnen kennenlernen dürfen. Frauen, die für ihre Idee losgegangen sind, die Herzblut in ihr Business stecken und sichtbar werden wollen, ohne sich zu verbiegen. Diese Begegnungen haben mich tief berührt.
In der Unternehmensfotografie geht es für mich nicht um perfekte Posen oder austauschbare Bilder. Es geht darum, Menschen so zu zeigen, wie sie wirklich sind – mit ihrer Geschichte, ihrer Leidenschaft und ihrem Warum. Vielleicht habe ich mich deshalb genau dafür entschieden: weil ich mich selbst in so vielen dieser Frauen wiedererkenne.
Diese Begleitungen waren für mich nicht nur fotografische Aufträge, sondern echte Verbindungen. Und sie haben mir gezeigt, dass meine Art zu arbeiten auch hier genau den richtigen Platz hat.

Sorgen, die bleiben – und warum ich trotzdem weitergehe
Natürlich gibt es sie: die Sorgen.
Steuern, Versicherungen, Rücklagen – all diese Themen sind immer wieder laut in meinen Gedanken. Meine größte Angst ist es, mich irgendwann zu verkalkulieren und von einer größeren Nachzahlung überrollt zu werden.
Geld ist ehrlich gesagt noch immer meine größte Schwäche. Keine idealen Voraussetzungen für die Selbstständigkeit – das weiß ich. Und trotzdem gehe ich weiter.
Warum?
Weil da diese strahlenden Kinderaugen sind.
Weil Familien mir vertrauen.
Weil ich weiß, dass ich meine Arbeit gut mache.
Ich stecke so viel Herzblut in das, was ich tue, dass die Glücksgefühle am Ende doch größer sind als die Sorgen.
Dankbarkeit – für alles, was war
Ganz besonders dankbar bin ich für all die Familienmomente in diesem Jahr. Auch wenn es weniger waren als ursprünglich gedacht, hat sich jedes einzelne unfassbar warm und richtig angefühlt. Von liebevollen Babybauchbegleitungen über vereinte Neugeborenenfamilien bis hin zu kleinen Hundewelpen, die mein Herz haben schmelzen lassen.
Und natürlich bin ich dankbar für all die Kitaleitungen und Elternvertretungen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Dank euch wurde dieses Jahr bunt, lebendig und voller echter Erinnerungen. Es fühlt sich noch immer unwirklich an, wie viele Kindergartenmomente ich festhalten durfte.

Ein leiser Blick nach vorn
Ich weiß nicht, was das kommende Jahr bringt.
Ich weiß nicht, welche Herausforderungen warten oder wie sich alles entwickelt.
Aber ich weiß, dass ich auf diesem Weg bin – mit wachsendem Vertrauen in mich selbst, mit offenem Herzen und mit dem festen Gefühl, dass das hier richtig ist.
Und vielleicht reicht das erst einmal. 🌿


